Dr. Balázs Erdélyi, MD, FEBU, Facharzt für Andrologie
Was wissen wir bisher?
Heute hat jedes fünfte Paar in unserem Land mit Problemen bei der Familienplanung oder mit Unfruchtbarkeit zu kämpfen. Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand können in mehr als der Hälfte der Fälle auch Ursachen auf Seiten des Mannes vorliegen (der sogenannte männliche Faktor). Früher war allgemein bekannt, dass Männer ihre Fruchtbarkeit bis zum Ende ihres Lebens unverändert beibehalten, doch das ist – wie wir heute wissen – bei weitem nicht wahr. Auch bei Männern spielt das Alter entgegen früheren Annahmen sehr wohl eine Rolle. Neuesten Forschungen zufolge zeigen bei Männern über 40 Jahren sowohl die quantitativen als auch die qualitativen und funktionellen Parameter der Spermien eine Verschlechterungstendenz, und neben dem Rückgang der Fruchtbarkeit im klassischen Sinne gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass bei ihren Nachkommen bestimmte Krankheiten häufiger auftreten, vor allem neurologische und psychiatrische Erkrankungen. Das Alter über 40 Jahre wird von der WHO bereits als Risikofaktor offiziell definiert, und zwar als APA (Advanced Paternal Age) oder fortgeschrittenes väterliches Alter. Es ist ein besorgniserregender Trend, dass sich die Spermienparameter von Männern in den letzten Jahrzehnten zunehmend verschlechtern. Unser karriere- und leistungsorientiertes Leben, der ständige Stress sowie unsere Bewegungs-, Schlaf- und Ernährungsgewohnheiten und die Verschiebung des Kinderwunsches nach späterem Alter – all dies kann sich auf die Fruchtbarkeit von Männern auswirken. Denn die Biologie kann mit unseren veränderten Lebensweisen und Gewohnheiten nicht in diesem Tempo Schritt halten.
Was wissen wir bisher?
Heute hat jedes fünfte Paar in unserem Land mit Problemen bei der Familienplanung oder mit Unfruchtbarkeit zu kämpfen. Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand können in mehr als der Hälfte der Fälle auch Ursachen auf Seiten des Mannes vorliegen (der sogenannte männliche Faktor). Früher war allgemein bekannt, dass Männer ihre Fruchtbarkeit bis zum Ende ihres Lebens unverändert beibehalten, doch das ist – wie wir heute wissen – bei weitem nicht wahr. Auch bei Männern spielt das Alter entgegen früheren Annahmen sehr wohl eine Rolle. Neuesten Forschungen zufolge zeigen bei Männern über 40 Jahren sowohl die quantitativen als auch die qualitativen und funktionellen Parameter der Spermien eine Verschlechterungstendenz, und neben dem Rückgang der Fruchtbarkeit im klassischen Sinne gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass bei ihren Nachkommen bestimmte Krankheiten häufiger auftreten, vor allem neurologische und psychiatrische Erkrankungen. Das Alter über 40 Jahre wird von der WHO bereits als Risikofaktor offiziell definiert, und zwar als APA (Advanced Paternal Age) oder fortgeschrittenes väterliches Alter. Es ist ein besorgniserregender Trend, dass sich die Spermienparameter von Männern in den letzten Jahrzehnten zunehmend verschlechtern. Unser karriere- und leistungsorientiertes Leben, der ständige Stress sowie unsere Bewegungs-, Schlaf- und Ernährungsgewohnheiten und die Verschiebung des Kinderwunsches nach späterem Alter – all dies kann sich auf die Fruchtbarkeit von Männern auswirken. Denn die Biologie kann mit unseren veränderten Lebensweisen und Gewohnheiten nicht in diesem Tempo Schritt halten.
Was sollte man vermeiden?
Vermeiden Sie Rauchen, übermäßigen und regelmäßigen Alkoholkonsum, Drogen (dazu gehören auch „weiche“ Drogen wie z. B. Marihuana), anabole Steroide und übermäßigen Koffeinkonsum (ich denke hier vor allem an Energy-Drinks). Insbesondere Rauchen verursacht aufgrund der darin enthaltenen ca. 6.000 giftigen Chemikalien nicht selten schwere Fruchtbarkeitsstörungen. Achten wir auch darauf, ein optimales Körpergewicht zu halten; dies lässt sich leicht mit einfachen, im Internet verfügbaren Rechnern (z. B. BMI) berechnen. Die oben genannten schädlichen Freizeitgewohnheiten führen zudem häufig zu Libidoproblemen und einer verminderten sexuellen Leistungsfähigkeit.
Und nun zum Wesentlichen!
Ich sage den Patienten, die zu mir kommen, immer, dass Männergesundheit in der Tat ein „Hype“ ist, nicht nur in jungen Jahren, sondern auch im höheren Alter. Heutzutage sehnt sich jeder nach Statussymbolen, wir wollen so viel wie möglich besitzen (Geld, Autos, Immobilien, Unternehmen, was auch immer), und das ist alles in Ordnung, aber eigentlich besitzen wir nur eine einzige Sache: unseren eigenen Körper. Wenn der kaputtgeht, spielt der Rest eigentlich keine Rolle mehr. Bei den älteren Generationen sehe ich leider oft, dass sie mit zunehmendem Alter immer mehr Dinge einfach mit einer Handbewegung abtun. „Ich bin nicht der Typ, der zum Arzt geht!“ Auf die Frage, was er für seine eigene Gesundheit tut, folgt meist nur Unverständnis. Wie soll er abnehmen, wenn er doch gar nichts isst? Gibt es nicht lieber irgendein Medikament? Ich halte es für wichtig zu betonen, dass die allgemeine Gesundheit und eine befriedigende sexuelle Lebensqualität nicht vom Alter abhängen. Grundsätzlich gehören sowohl zur Pyramide der reproduktiven als auch zur Pyramide der sexuellen Gesundheit drei Grundpfeiler. Die erste ist regelmäßige körperliche Bewegung (mindestens 3 x 1,5 Stunden pro Woche) und ein optimales Körpergewicht, die zweite eine ausgewogene, mediterrane Ernährung (ich empfehle, sich mit der italienischen Küche zu beschäftigen), die dritte ausreichend Schlaf in guter Qualität. Darüber hinaus können wir auch aus Nahrungsergänzungsmitteln wählen, die natürliche Inhaltsstoffe enthalten und von einem kontrollierten Hersteller stammen. Bei der Unfruchtbarkeitsberatung kommt oft die Frage nach Antioxidantien auf; in vielen Fällen beginnen die Patienten bereits Monate vor der Untersuchung mit deren Einnahme, häufig in Kombinationen. Ich halte es für wichtig zu betonen, dass die wissenschaftlichen Belege für eine plötzliche Behandlung mit hohen Antioxidantien-Dosen auf schwachen Beinen stehen, weshalb deren Anwendung nur auf Empfehlung eines Facharztes, für einen begrenzten Zeitraum und unter ärztlicher Aufsicht empfohlen wird!
